Wirkungsweise
Während des Saugvorgangs injiziert der Blutegel Hirudin und andere Wirkstoffe in die Wunde. Diese wirken:
- Blutverdünnend – verbessert den Blutfluss
- Durchblutungsfördernd – regt die lokale Mikrozirkulation an
- Krampflösend – entspannt Gefäßkrämpfe
- Entzündungshemmend – reduziert lokale Entzündungsprozesse
- Schmerzlindernd – durch Hemmung von Schmerzrezeptoren
Der Biss des Blutegels ist in der Regel kaum schmerzhafter als ein Mückenstich.
Anwendungsgebiete
- Arthrose, Rheuma und Gicht
- Krampfadern und Venenentzündungen
- Thrombosen (begleitend)
- Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen
- Muskelfaserrisse
- Tinnitus
- Spannungskopfschmerzen
- Hämorrhoiden
- Abszesse und Furunkel
Kontraindikationen
- Blutgerinnungsstörungen
- Allergie gegen Blutegelsekret
- Immunsuppression
- Ausgeprägte Blutarmut (Anämie)
- Gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Marcumar, ASS)
- Schwangerschaft
Behandlungsablauf
- Gründliche Reinigung und Durchblutungsförderung der Einsatzstelle
- 4–8 Blutegel werden aufgesetzt
- Saugdauer ca. 30–60 Minuten (Egel fallen von selbst ab)
- Nachblutung aus den Bissstellen ist erwünscht (bis zu 24 Stunden)
- Anlegen eines lockeren, saugfähigen Verbandes
Hinweise für Patienten
Mindestens 2 Tage vor der Behandlung:
- Keine Duftstoffe, Duschgels oder Cremes auf die Behandlungsstelle auftragen – Blutegel reagieren empfindlich auf Gerüche
- Bequeme, lockere Kleidung tragen
Am Behandlungstag:
- Ruhetag einplanen, körperliche Aktivität meiden
- Viel Wasser und Säfte trinken
- Verband regelmäßig wechseln