Naturheilkunde · Traditionell

Blutegeltherapie

Jahrtausendealtes Heilverfahren – die im Speichel des Blutegels enthaltenen Wirkstoffe wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd.

Blutegeltherapie

Wirkungsweise

Während des Saugvorgangs injiziert der Blutegel Hirudin und andere Wirkstoffe in die Wunde. Diese wirken:

  • Blutverdünnend – verbessert den Blutfluss
  • Durchblutungsfördernd – regt die lokale Mikrozirkulation an
  • Krampflösend – entspannt Gefäßkrämpfe
  • Entzündungshemmend – reduziert lokale Entzündungsprozesse
  • Schmerzlindernd – durch Hemmung von Schmerzrezeptoren

Der Biss des Blutegels ist in der Regel kaum schmerzhafter als ein Mückenstich.

Anwendungsgebiete

  • Arthrose, Rheuma und Gicht
  • Krampfadern und Venenentzündungen
  • Thrombosen (begleitend)
  • Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen
  • Muskelfaserrisse
  • Tinnitus
  • Spannungskopfschmerzen
  • Hämorrhoiden
  • Abszesse und Furunkel

Kontraindikationen

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Allergie gegen Blutegelsekret
  • Immunsuppression
  • Ausgeprägte Blutarmut (Anämie)
  • Gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Marcumar, ASS)
  • Schwangerschaft

Behandlungsablauf

  1. Gründliche Reinigung und Durchblutungsförderung der Einsatzstelle
  2. 4–8 Blutegel werden aufgesetzt
  3. Saugdauer ca. 30–60 Minuten (Egel fallen von selbst ab)
  4. Nachblutung aus den Bissstellen ist erwünscht (bis zu 24 Stunden)
  5. Anlegen eines lockeren, saugfähigen Verbandes

Hinweise für Patienten

Mindestens 2 Tage vor der Behandlung:

  • Keine Duftstoffe, Duschgels oder Cremes auf die Behandlungsstelle auftragen – Blutegel reagieren empfindlich auf Gerüche
  • Bequeme, lockere Kleidung tragen

Am Behandlungstag:

  • Ruhetag einplanen, körperliche Aktivität meiden
  • Viel Wasser und Säfte trinken
  • Verband regelmäßig wechseln