PRP Eigenblut - Ilm - Praxis, Praxis für Naturheilkunde, Mesotherapie & Ästhetik in Thüringen

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Die Praxis

Aktueller Stand zum Thema: Eigenblut in der Heilpraktikerpraxis

Die Entnahme von Blut für die Herstellung von Eigenblutprodukten
(Unverändertes Eigenblut, Mischung mit Homöopathika oder anderen Injektionspräparaten,
Ozontherapie u.a.) und die Herstellung dieser Arzneimittel
fällt nicht nur unter das Arzneimittelgesetz sondern auch unter das Transfusionsgesetz (TFG).

Grundsätzlich sind Blutentnahmen für Blutprodukte und die Herstellung von
Blutprodukten nach dem Transfusionsgesetz nur dem Arzt vorbehalten.
Nach den Vorschriften des Transfusionsgesetzes (TFG) gibt es den § 28 TFG,
in dem die homöopathischen Eigenblutprodukte ausgenommen sind und
insofern auch von Heilpraktikern in ihrer Praxis angewendet wurden.
Als das Transfusionsgesetz erstmalig beschlossen wurde, sind die Arzneimittelrechtskommentare
(z.B. Cloesel/Cyran) und auch die Heilpraktikerinnen und
Heilpraktiker, die neben der reinen homöopathischen Eigenblutanwendung
auch andere Varianten der naturheilkundlichen Eigenbluttherapie (z.B.
Kombination mit Ozon, homöopathischen Arzneimitteln u.a.) davon ausgegangen,
dass Heilpraktiker/innen mit der gesamten Eigenbluttherapie unter
diese Ausnahme fallen.

Dies wird derzeit durch die Arbeitsgemeinschaft der leitenden Medizinalbeamten in Frage gestellt, ist aber letztendlich nicht endgültig juristisch geklärt.

Um hier für die betroffenen Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker aber auch für die Aufsichtsbehörden eine entsprechende Rechtssicherheit zu erhalten und
natürlich auch, diese aus unserer Sicht sehr wichtige traditionelle Heilkundeanwendung
zu erhalten, hat die Arzneimittelkommission im Juli 2017 ein
Gespräch mit dem zuständigem Referat im Bundesgesundheitsministerium
geführt.
Nach Absprache mit dem Bundesgesundheitsministerium hat die Arzneimittelkommission
eine Zusammenstellung der in Heilpraktikerpraxen durchgeführten
Eigenblutanwendungen, samt den zu beachtenden Sicherheitsrichtlinien
(Robert-Koch-Institut, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) erstellt und diese Anfang Oktober 2017 dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zugeleitet, was diese Frage mit den zuständigen Bundesoberbehörden prüfen lassen wollte und dann nach Rücksprache mit der AMK klären, welche dieser Verfahren ggf. auch unter die Ausnahme des § 28 TFG fallen sollten und dann ggf. eine Änderung des Transfusionsgesetzes in die Wege leiten.
Ein Jahr lang haben sich die Aufsichtsbehörden der Länder „zurück gehalten“
und keine Versagungen der angemeldeten Herstellung von Eigenblutprodukten
ausgesprochen.
Anfang Juli wurde die Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker
informiert, dass das Bundesministerium der Gesundheit (BMG) nach Stellungnahme der Bundesoberbehörden BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte), PEI (Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) und RKI (Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten) und der AG Blut im BMG entschieden hat, dass nach Ansicht der Bundesoberbehörden nur Eigenblutzubereitungen, die nach dem amtlichen Homöopathischen Arzneibuch (HAB) hergestellt worden sind, unter die Ausnahme nach § 28 TFG fallen. Somit fallen alle anderen Eigenblutzubereitungen (unverändert reininjiziertes Eigenblut, Eigenblut gemischt mit homöopathischen Arzneimitteln oder anderen
Injektionspräparaten, hämolysiertes Eigenblut, Eigenblut mit Ozon oder
plättchenreiches Plasma) unter den Arztvorbehalt des Transfusionsgesetzes.

Wenn die Aufsichtsbehörden der Länder auf der Basis dieser Einstufung dies umsetzen, kann es zur Versagung dieser Arzneimittelherstellung kommen. Wer
die Arzneimittelherstellung zur unmittelbaren Anwendung in der Praxis bei
einem bestimmten Patienten bisher nach § 67, Abs. 2 AMG angezeigt hat,
und jetzt eine Versagung erhält oder die Aufforderung dies einzustellen sollte
dieses Schreiben umgehend an die Arzneimittelkommission der deutschen
Heilpraktiker (amk@amk-heilpraktiker.de) mailen, damit sich die AMK mit der
Aufsichtsbehörde in Verbindung setzen kann und über die Haltung der
Aufsichtsbehörden informiert ist.
Die AMK ist derzeit zusammen mit den Träger- und Kooperationsverbänden
dabei zu klären welche politischen oder juristischen Möglichkeiten bestehen,
die Eigenblutanwendung als für den Heilpraktikerberuf und die Patienten
wichtige Therapie zu erhalten.
Die Entnahme von Blut zur Labordiagnostik ist von der ganzen Thematik nicht
betroffen.

Arne Krüger
Stellv. Sprecher der
Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker

Quelle:
Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker - Stufenplanbeteiligte nach § 63 AMG - Maarweg 10 / 53123 Bonn
          
Tel. 0228 / 962 899 00
          
Fax 0228 / 962 899 01
          
E-Mail : amk@amk-heilpraktiker.de

 
 
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